Worte sind
Worte sind reife Granatäpfel,
sie fallen zur Erde
und öffnen sich.
Es wird alles Innere nach aussen gekehrt,
die Frucht stellt ihr Geheimnis bloss
und zeigt ihren Samen,
ein neues Geheimnis.
Quelle: Lösungsorientierte Beratung von Bamberger, Zitat der
Lyrikerin Hilde Domin
Die Guten
Die Guten haben einen Fehler. Sie glauben, dass die Anderen auch gut sind.
Sprüche 30, 18 ff
Drei sind es, die mir zu wunderbar sind, und vier, die ich nicht erkenne. Der Weg des Adlers am Himmel, der Weg einer Schlange auf dem Felsen, der Weg eines Schiffes im Herzen des Meeres und der Weg eines Mannes mit einem Mädchen. - So ist der Weg einer ehebrecherischen Frau: Sie isst und wischt ihren Mund und sagt: Ich habe nichts Unrechtes getan!
Unter dreien erbebt die Erde, und unter vieren kann sie es nicht aushalten: Unter einem Sklaven, wenn er König wird, und einem törichten Menschen, wenn er sich an Brot satt essen kann, unter einer Verschmähten, wenn sie geheiratet wird, und einer Magd, wenn sie ihre Herrin (aus dem Besitz) verdrängt.
Vier sind die Kleinen der Erde, und doch sind sie wohlerfahrene Weise: Die Ameisen, ein nicht starkes Volk, und doch bereiten sie im Sommer ihre Speise, die Klippdachse, ein nicht kräftiges Volk, und doch legen sie im Felsen ihre Wohnungen an, die Heuschrecken haben keinen König, und doch ziehen sie allesamt aus in geordneten Scharen; die Eidechse kannst du mit Hängen fangen, und doch ist sie in Königspalästen.
Drei sind es, die stattlich schreiten, und vier, die stattlich einhergehen: Der Löwe, der Held unter den Tieren, der vor niemandem kehrtmacht, der Hahn, der stolziert, und der Ziegenbock und ein König, bei dem der Heerbann ist.
Ob du töricht gehandelt hast, indem du dich erhobst, oder (ob du) überlegt gehandelt hast - die Hand auf den Mund! Denn das Pressen der Milch bringt Butter hervor, und das Pressen der Nase bringt Blut hervor, und das Pressen des Zornes bringt Streit hervor.
Joseph Ford Newton
Wir können nicht voraussagen, was uns in dem seltsamen Potpouri unseres Lebens so alles passieren wird. Aber wir können entscheiden, was in uns passiert - wie wir die Dinge aufnehmen, wie wir sie verarbeiten -, und das ist es, was letztlich wirklich zählt. Wie wir unser Leben gestalten, wie wir etwas Schönes und Wertvolles daraus formen - das ist die Probe, auf die uns das Leben stellt.
Lighthouse Everything Skit
The Power of Love von il Divo
You are loved / Don't give up
Steine
die man dir in den Weg legt, benutze nicht um zu mauern, sondern um Brücken zu bauen.
(Verfasser unbekannt)
Shalom
Shalom für dein Suchen nach Wurzeln und
Sein.
Shalom für dein Wachsen ins Leben hinein.
Shalom für dein Lächeln, das Fremde durchbricht.
Shalom für dein Grüssen, das Nähe verspricht.
Shalom für dein Fühlen, das Sehnsucht
umfängt,
Shalom für dein Tragen, das Hoffnung verschenkt.
Shalom für dein Trösten, das Wunden heilt,
Shalom für dein Handeln, das Haben teilt.
Shalom für dein Sprechen, das Unrecht
benennt,
Shalom für dein Schauen, das Würde erkennt.
Shalom deinem Aufbruch, der Grenzen bewegt.
Shalom deiner Treue, die Kostbares hegt.
Christa Peikert-Flaspöhler
Lassen
Lassen ist das "Fallenlassen" der
Einstellung,
dass wir alles machen müssen,
dass wir alle Verantwortung tragen,
dass von uns der Erfolg abhängt.
Lassen ist das "Loslassen"
von eingefleischten Fehlhaltungen,
von Vorurteilen, von falschem Ehrgeiz,
von Selbstherrlichkeit.
Lassen ist das "Eintreten" in den
Herrschaftsbereich Gottes.
Wir verringern unseren Egismus.
Wir verzichten auf Herrschaftsallüren.
Wir geben Hochmut und Eitelkeit preis.
Wir lassen uns von ihm leiten.
(aus Federleicht von Reinhold Ruthe)
Gegensätze (auf Worte achten)
Man tut was man kann
Es war an einem kühlen Herbsttag, als ein Bauer mitten in seinem
Feld einen kleinen Sperling auf dem Rücken liegen sah. Der Bauer
stoppte sein Pflügen, schaute zu dem zerbrechlichen, gefiederten
Geschöpf hinunter und fragte:
'Warum liegst du so verkehrt herum da?'
'Ich habe gehört, dass der Himmel heute herunterfällt', erwiderte
der Vogel.
Der alte Bauer lachte in sich hinein: 'Und bestimmt können deine
mickrigen Beine den Himmel hochhalten?'
'Man tut, was man kann', erwiderte der tapfere Sperling.
Aus 'Dein Herz soll wieder schlagen' von Dutch Sheets
Trotzdem (von Mutter Teresa)
Die Leute sind unvernünftig, unlogisch und
selbstbezogen,
liebe sie trotzdem.
Wenn du Gutes tust, werden sie dir egoistische Motive und
Hintergedanken vorwerden,
tue trotzdem Gutes.
Wenn du erfolgreich bist, gewinnst du falsche Freunde und echte
Feinde,
sei trotzdem erfolgreich.
Das Gute, das du tust, wird morgen vergessen sein,
tue trotzdem Gutes.
Ehrlichkeit und Offenheit machen dich verwundbar,
sei trotzdem ehrlich und offen.
Was du in jahrelanger Arbeit aufgebaut hast, kann über Nacht
zerstört werden,
baue trotzdem.
Deine Hilfe wird wirklich gebraucht, aber die Leute greifen dich
vielleicht an, wenn du ihnen hilfst,
hilf ihnen trotzdem.
Gib der Welt dein Bestes, und sie schlagen dir die Zähne aus,
gib der Welt trotzdem dein Bestes.
Wer ist der Mensch
"Wer bin ich? Sie sagen mir oft, ich träte aus meiner Zelle
gelassen und heiter und fest wie ein Gutsherr aus seinem
Schloss.
Wer bin ich? Sie sagen mir oft, ich spräche mit meinen Bewachern
frei und freundlich und klar, als hätte ich zu gebieten.
Wer bin ich? Sie sagen mir auch ich trüge die Tage des Unglücks
gleichmütig, lächelnd und stolz, wie einer der Siegen gewohnt
ist.
Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen? Oder bin ich nur
das, was ich selbst von mir weiss?
Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig, ringend nach
Lebensatern, als würgte mir einer die Kehle, hungernd nach Farben,
nach Blumen, nach Vogelstimmen, dürstend nach guten Worten, nach
menschlicher Nähe, zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste
Kränkung,umgetrieben vom Warten auf grosse Dinge, ohnmöchtig
bangend um Freude in denloser Ferne, müde und leer zum Beten, zum
Denken, zum Schaffen, matt und bereit, von allem Abschied zu
nehmen?
Wer bin ich? Der oder jener? Bin ich denn heute dieser und morgen
ein andrer? Bin ich beides zugelich? Vor Menschen ein Hechler und
vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling? Oder
gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer, das in
Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?
Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott. Wer ich auch
bin, du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!"
Gedicht von Dietrich Bonhoeffer
http://www.dadalos-d.org/deutsch/Vorbilder/Vorbilder/bonhoeffer/bonhoeffer.htm
Die Worte
Die Worte, die wir nicht sagen;
die Fragen, die wir nicht stellen;
die Antworten, die wir nicht geben;
die Wünsche, die wir nicht aussprechen;
die Gründe, die wir nicht formulieren;
- wirken -
werden zur sprachlosen Mauer zwischen uns,
trennen,
isolieren,
töten
Max Feigenwinter
Der Ball des Gehorsams
ist Einladung zum Tanz mit Gott.
mit Ja- oder Nein-Möglichkeit
Sich mitnehmen lassen ins Ungewisse.
oder
Schweigen und Gehorsam heisst nicht, nichts sagen,
mehr hören, Gott und die Intensität erleben.
oder
Gehorsam ist verlangen in Gottes Händen zu sein.
Gedanken von Madeleine Delbrêl (1904-1964), Poetin, Philosophin,
Sozialarbeiterin, Mystikerin
